Hat das Stethoskop ausgedient?
Haben Echo, Katheter, MR und CT die Herzauskultation entbehrlich gemacht? Brauchen wir die körperliche Untersuchung seit der Technisierung der Medizin nicht mehr? Prinzipiell ist allen Ärztinnen und Ärzten klar, dass Anamnese und körperliche Untersuchung immer die Grundlage ärztlichen Handelns bleiben werden.
Wird diese essentielle ärztliche Kunst trotz verfügbarer Technik weiter gepflegt? Der Fokus hat sich eindeutig Richtung Apparatemedizin verlagert. Nicht ohne Grund: Die Medizintechnik hat in den letzten Jahrzehnten revolutionäre Fortschritte für die diagnostischen Möglichkeiten gebracht. Diese nicht zu nutzen, ist indiskutabel.
Dennoch bleiben Anamnese und körperliche Untersuchung die basalen Methoden, raschen Zugang zur Erkrankung des Patienten zu erlangen. Die schnelle Arbeitsdiagnose erlaubt die frühestmögliche Therapie beim Akutkranken. Durch sie kann apparative Diagnostik gezielt indiziert werden. Das spart Zeit, Patientenbelastung und personelle wie ökonomische Ressourcen.
Die klinische Kompetenz jedes Arztes wird in der Ausbildung entwickelt und bedarf auch im weiteren Berufsleben ebenso regelmäßigen Trainings wie apparativ-technische Fähigkeiten. Der Entwicklung klinisch-ärztlicher Expertise wurde in den letzten Jahrzehnten aber zugunsten technischer Verfahren immer weniger Raum gewährt, mit den entsprechenden Konsequenzen. In den letzten Jahren publizierte Untersuchungen aus den USA und Europa zeigen, dass z.B. die Herzauskultation bei internistischen Ausbildungsassistenten kaum noch, bei Kardiologen sehr unzureichend beherrscht wird. Dies deckt sich mit eigenen Erfahrungen.
Unterrichtsangebote
Seit einigen Jahren bieten wir Schulungen an mit dem Ziel, diese sehr anspruchsvolle Methode zu erhalten, sie jungen KollegInnen zu vermitteln und ihre Wertschätzung unter den Ärzten wieder zu steigern. Hierzu werden neben der Öffentlichkeitsarbeit Kurse und Fortbildungsveranstaltungen angeboten, die auf alle Zielgruppen der Ärzteschaft und auf Medizinstudenten zugeschnitten sind. Sie umfassen Kurzvorträge, z.B. "Refresher" oder "Hörquiz", längere Einzelvorträge zu Teilbereichen bis hin zum Großen Kursus, der in 10 Vorträgen eine umfassende Grundausbildung in der Auskultation des Herzens bietet.
Kontakt dienstlich
Dr. med. Volker Bohlscheid
Chefarzt Klinik für Innere Medizin 1
Kreiskrankenhaus Demmin
Wollweberstraße 21
17109 Demmin
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fax: +49(0)3998 / 438-5819
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